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Museum der Geschichte der polnischen Juden: kostenloser Audioguide

Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau: die Geschichte, so wie die Votura-App sie vor Ort erzählt. Hier lesen oder vor Ort hören, mit Wegbeschreibung zum nächsten Halt.

Museum der Geschichte der polnischen Juden

Vor dem Besuch

Adresse
Anielewicza 6, 00-157 Warszawa
Öffnungszeiten
Mon, Thu–Fri: 10:00 AM–6:00 PM; Wed, Sat–Sun: 10:00 AM–8:00 PM

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Die Geschichte

Das Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN (POLIN Muzeum Historii Żydów Polskich) in Warschau ist eines der wichtigsten Kultur- und Geschichtsmuseen Polens und steht mitten im ehemaligen jüdischen Viertel der Stadt, am Muranów, dort, wo nach dem Zweiten Weltkrieg auch das Denkmal für die Helden des Ghettos von 1948 steht. Das Museum wird 2005 als gemeinsame Initiative des Vereins des Jüdischen Historischen Instituts, der Stadt Warschau und des polnischen Kulturministeriums gegründet, und es widmet sich der mehr als 1000-jährigen Geschichte jüdischen Lebens auf polnischem Boden. Der Name POLIN verweist auf die legendäre jüdische Deutung Polens als Ort, an dem man „hier rastete“, und diese Idee prägt den gesamten Rundgang als Erzählung von Ankunft, Blüte, Verlust und Wiederaufbau.

Das Gebäude selbst entsteht nach dem Wettbewerb von 2005 und wird von den finnischen Architekten Rainer Mahlamäki und Ilmari Lahdelma entworfen; eröffnet wird es schließlich 2014. Schon die Lage ist geschichtsträchtig, denn der Bau steht im Herzen des früheren Warschauer Ghettos, das 1940 von den deutschen Besatzern errichtet wird und dessen Aufstand 1943 zu den zentralen Ereignissen der Stadtgeschichte gehört. Die markante, geschwungene Glas- und Kupferform des Museums kontrastiert bewusst mit der schweren historischen Last des Ortes, und die große Eingangshalle trägt den Namen „Hauptfoyer“ beziehungsweise zentrale Halle, deren wellenartige Wände zu den bekanntesten Innenräumen Warschaus zählen.

Die Dauerausstellung wird 2014 eröffnet und ist als großes, mehrteiliges Geschichtserlebnis angelegt, das nicht nur Objekte zeigt, sondern ganze Lebenswelten rekonstruiert. Zu den herausragenden Stationen gehört die Nachbildung des hölzernen Gewölbes der Synagoge von Gwoździec aus dem 17. Jahrhundert, deren farbige Deckenmalerei nach historischen Vorlagen und handwerklichen Techniken neu geschaffen wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der jüdischen Gemeinden im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Polen-Litauen, auf Handel, Bildung, religiösem Leben und dem Alltag in Städten wie Krakau, Lublin und Warschau, alles eingebettet in die politische Entwicklung des Landes.

Auch die neuere Geschichte wird nicht ausgespart: Die Teilungen Polens, der Aufstieg moderner jüdischer Parteien und Bewegungen, das Leben in der Zweiten Polnischen Republik und die Zerstörung der jüdischen Welt unter der deutschen Besatzung werden mit Dokumenten, Filmen und Raumelementen erzählt. Das Museum erinnert an die Liquidierung des Ghettos, an die Kämpfe des Warschauer Ghettoaufstands von 1943 und an die Nachkriegsgeschichte der Überlebenden, Emigration und Erinnerungspolitik. Gerade weil der Ort nicht nur ein Museum, sondern auch ein Erinnerungsraum auf einem der symbolisch aufgeladensten Areale Warschaus ist, verbindet er historische Forschung mit einem sehr direkten, emotionalen Zugang.

Heute ist POLIN weit mehr als ein Ausstellungsort: Es ist ein Bildungszentrum, eine Bühne für Konzerte, Vorträge und Debatten und ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt, die die jüdische Geschichte Polens in einem einzigen, sorgfältig komponierten Rundgang erleben wollen. Das Museum erhält 2016 den European Museum of the Year Award, was seine internationale Bedeutung unterstreicht, und es gehört zu den kulturellen Fixpunkten der Hauptstadt. Wer hier durch die Säle geht, begegnet nicht nur einer Chronik von Verfolgung und Verlust, sondern auch einer Erzählung von fast tausend Jahren jüdischer Präsenz, deren Spuren in Polen noch immer sichtbar und im POLIN Museum außergewöhnlich lebendig sind.

Geschrieben für die Votura-Audiotour und in der App vorgelesen. Öffnungszeiten ändern sich; bitte vor dem Besuch prüfen.

Rundgänge mit Halt: Museum der Geschichte der polnischen Juden

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